Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.
Konflikt Gerdes-Schulz: Anmerkungen des RPZ-Leiters... (2005)

 

Anmerkungen des RPZ-Leiters zu den Plänen des Landschaftsdirektors, die Räume des RPZ für das zu verlagernde Organeum Weener o. ä. freizumachen (Stand 10/2005)
(Dieser Text wurde seinerzeit an die Mitglieder des Bildungsausschusses der OL und die RPZ-LehrerInnen verteilt und führte in der weiteren Abfolge zur Suspendierung des RPZ-Leiters. Der kurzzeitige Landschaftsdirektor Schulz leistete sich  bis zu seiner eigenen Entlassung
viele weitere Konflikte.)

 

Am 29. August (2005) teilte der Landschaftsdirektor dem Leiter des RPZ mit, dass er beschlossen habe,

1. die pädagogische RPZ–Fachbibliothek aus dem RPZ abzuziehen und mit der Land­schaftsbib­liothek zusammen zu legen,

2. das restliche RPZ in den Verwaltungsflügel der alten Landschaftsbibliothek, Fischteichweg 16, zu verlegen und

3. die bisherigen Räume des RPZ für eine „adäquate“ Unterbringung des aus finanziellen Gründen nach Aurich zu verlagernden Organeums Weener zu nutzen.

Gegen diese Pläne habe ich aus den folgenden Gründen entschiedenen Widerspruch angemel­det, zumal meine Bitte, auch Alternativen zu bedenken, abgewiesen wurde:

  1. Es wird behauptet, dass sich „an der Aufgabenstruktur nichts ändern werde“. Diese Be­haup­tung ist unzutreffend. Im „Vertrag über die Förderung der Ostfriesischen Landschaft“ (2001) zwi­schen dem Land, den Kreisen und der OL wird für das RPZ ausdrücklich die „Bereitstellung von Fachliteratur für die Lehrer in der Region“ als Aufgabe festgeschrieben. Das lebendige Mitein­ander von Fortbildungsbesu­chern, Arbeits- und Gesprächskreis-Mitgliedern und Bibliotheksnutzern ist wesentlich durch die Räumlichkeiten der Bibliothek und die dadurch geschaffenen vielfältigen Begegnungen und Gesprächsanlässe geprägt. Im RPZ ist es immer „laut“, in der Landschaftsbib­liothek darf nur geflüstert werden – auch dies ein Indiz für sehr unterschiedliche Nutzerbedürfnisse!

  2. Es wird argumentiert, man müsse rechtzeitig auf zu erwartende Kürzungen des Etats der Ostfriesi­schen Landschaft (OL) durch das Land Niedersachsen vorbereitet sein. Für den Etatanteil des RPZ, der vom Kultusministerium per Dienst- und Fachaufsicht überwacht wird, sind jedoch keinerlei Kürzungspläne erkennbar. Die pädagogische Fachbibliothek gehört von Anfang an, also seit 1975, zum RPZ. Die Bücherbeschaffung erfolgt aus den für das RPZ zugewiesenen Mitteln. An­fang der 80er Jahre wurde beim Kultusministerium die Einstellung einer Biblio­thekarin bean­tragt, ge­nehmigt und im damals noch separaten RPZ-Etat ausgewiesen.  Die seiner­zeit hierfür einge­stellte Frau Brandes betreut diese Bibliothek bis heute. Ein Abzug die­ser Fach­bibliothek provoziert gera­dezu die Streichung dieser Stelle und da­mit eine Etatkür­zung, für die man eigentlich vorbeu­gen möchte.

  3. Es wird beteuert, dass „es keinesfalls darum (gehe), das RPZ zu schwächen…“. Aber: Die in einschlägi­gen Kreisen inzwischen überregional bekannte komplexe und umfassende Dienstleis­tungs­qualität des RPZ für die Schulentwicklung der Region muss sich jeden Tag in ihrem Mix aus Beratung, Service, Begegnungen und räumlicher Attraktivität neu bewähren. Diese Qualität lässt sich in einem Büroflügel mit einem Drittel der bisherigen Nutzfläche weder funktional noch atmosphärisch aufrechterhalten. Diese gewachsene Dienstleistungsqualität ist zudem nicht ein­fach auf das Personal der Land­schaftsbibliothek zu über­tragen, sondern speist sich aus einer jahr­zehntealten Erfahrung im Um­gang mit Leh­rerinnen und Lehrern.

  4. Es wird unterstellt, dass sich der Raumbedarf des RPZ nach Ausgliederung der RPZ-Biblio­thek entscheidend reduzieren werde und durch die Räumlichkeiten des Verwaltungsflügels der alten Landschaftsbibliothek abzudecken sei. Ver­gessen wird dabei, dass in den Biblio­theksräu­men des RPZ neben der Ausleihe (2004: 4666 Bibliotheksnutzer) pro Jahr bis zu 200 Fortbildungs­veranstaltungen und viele weitere Tagungen (2004: 2625 Gruppenbesucher) stattfinden. Das RPZ ist nicht durch seine Verwaltungstätigkeit attraktiv, sondern durch die von ihm organi­sierte (!) Be­gegnungs- und Servicequalität, mit der es täglich eine größere (Teil-)Öffentlichkeit er­reicht als alle anderen Abteilungen der Ostfriesischen Landschaft.

  5. Es wird erwartet, dass sich der RPZ-Leiter in seinem letzten und 20. Dienstjahr an dieser Zerle­gung des RPZ „aktiv“ beteiligt. „Sanierungskon­zepte“ dieser Art mögen populär sein, aber der RPZ-Leiter wird diese „Sanierung“ nicht mittragen. Sie ge­fährdet im übri­gen auch den so gut wie sicheren Erfolg der noch ausstehenden Verhandlun­gen über die Fortführung des Koordina­tionsbüros für Fortbildung im RPZ.